Ein Leobner Unikat
Gegründet wurde die Landsmannschaft Zornstein im letzten Jahrhundert in Znaim, Südmähren, als Ferialverbindung von Znaimer Studenten in Wien oder Prag. Den Namen erhielt sie von der Grenzburg Zornstein an der Thaya. Nach der Vertreibung der Sudetendeutschen aus Tschechien, wurde die Korporation 1959 in Leoben, als Hochschulverbindung landsmannschaftlichen Charakters, an der Montanuniversität neu gegründet. Unter der Mithilfe von ehemaligen Zornsteinern aus Mähren wurden bald etliche Sudetendeutsche, aber auch andere Studenten mobilisiert, diesen Verein wieder aufzubauen.
Heute besteht die Landsmannschaft Zornstein aus fünfzehn aktiven Studenten (Aktivitas) und an die sechzig Absolventen ("Alte Herren"), die nach wie vor engen Kontakt zu ihrem Studienort halten. Denn wie auch in vielen anderen Verbindungen gilt hier das Lebensbundprinzip. Die Mitgliedschaft wird nicht mit Beendigung des Studiums aufgelöst, sondern man bleibt ein Leben lang Zornsteiner. So werden Erfahrungen und Traditionen von (Sudenten-) Generation zu Generation weitergegeben. Die Zugehörigkeit zur Verbindung zeigt der Zornsteiner durch Tragen von Band und Kappe, die eine Art "Vereinsabzeichen" darstellen.
Die Aufgaben, die der Bund sich heute stellt, sind den Kontakt zu Sudetendeutschen, besonders zur suddt. Landsmannschaft Leoben, zu halten und ihrer harten Zeit ein würdiges Andenken zu bewahren. Ziel ist es auch, die Studenten zu einem erfolgreichen Studienabschluß zu führen, ihnen Teamgeist und Verantwortung beizubringen, Zusatzqualifikationen zum technischen Studium zu vermitteln und einen guten Freundeskreis über Generationen zu schaffen. Gerade in einer Zeit, wo Jung und Alt immer weiter auseinander driften, wo sich jeder in seine eigenen Wände zurückzieht und Individualismus krampfhaft über gemeinschaftliche Werte gestellt wird, ist diese Art der Gemeinschaft eine gute Möglichkeit, zu lernen mit Menschen auf eine offene, freundschaftliche Weise umzugehen und auch für Andere Verantwortung zu übernehmen. Diese Erfahrungen äußern sich durchaus positiv beim Einstieg eines Studenten in das Berufsleben.
Ein sehr starkes Engagement zeigt die Suddt. akad. Landsmannschaft Zornstein auch bei der Organisation und Mitwirkung an kulturellen und traditionellen Veranstaltungen an der Montanuniversität Leoben, den Akademischen Feiern oder dem Ledersprung, um nur einige zu nennen. Auch trat sie unter anderem als ausrichtende Verbindung am Leobener Bierauszug 1997 und am Ledersprung 1999 auf. Als solches stellt sie, gemeinsam mit den anderen Korporationen, einen wesentlichen Bestandteil des kulturellen Lebens an der Montanuniversität dar.
Es mag zwar viele Diskussionen über den Sinn der Studentenverbindungen geben, und die Frage aufkommen, ob sie überhaupt noch zeitgemäß sind. In Leoben ist Ihre Daseinsberechtigung jedoch unumstritten und Zornstein wird auch weiterhin ein Begriff für Freundschaft, Tradition, Zeitgeschichte und effiziente Arbeit sein.