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Was bedeutet das?

Die L! Zornstein ist eine sudetendeutsche akademische Landsmannschaft. Unsere Verbundenheit mit dem Sudetenland zeigen wir durch das Tragen eines zweiten Brustbandes, welches in den Farben des Sudetenlandes - schwarz rot schwarz - gehalten ist.

Daher sind Themen, das Sudetenland betreffend, uns ein besonderes Anliegen. Wie sehen es als unsere Pflicht, niemanden, das Leid vergessen zu lassen, welches der deutschsprachigen Bevölkerung des Sudetenlandes nach Ende des ersten vor allem aber nach Ende des zweiten Weltkrieges widerfahren ist.

Sudetendeutsche Geschichte

Zur Heimat der Sudetendeutschen in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien: Keltische und germanische Stämme siedelten in diesen Gebieten, bevor Slawen vom Osten her in diese Länder kamen. Noch heute zeugen Orts-, Fluß und Ländernamen von dieser vorslawischen Besiedlung. Von dem keltischen Stamm der Bojer (Bojohaemum, Boeheim) erhielt Böhmen seinen Namen.

Seit dem 12. Jahrhundert wurden die fast menschenleeren Randgebiete Böhmens sowie Nord- und Südmährens von fast allen deutschen Stämmen, aber vorwiegend den benachbarten, besiedelt und damit erschlossen und kultiviert. Unter besonderer Förderung der böhmischen Könige erfolgte die Besiedlung und erreichte Mitte bis Ende des 13. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Die böhmischen Könige, die auch gleichzeitig Kurfürsten des Deutschen Reiches waren, holten die deutschen Siedler ins Land um von ihnen zu profitieren, das Siedlungsgebiet urbar und fruchtbar zu machen, die Grenzen zu befestigen. Es kamen Bauern, Bergleute und Bürger mit ihren fortschrittlichen Arbeits- und Siedlungstechniken, auch hier ging die Initiative, wie in Ostdeutschland nicht von den Deutschen aus. Wie in Ostdeutschland wurden sie ins Land gerufen um in die sudetendeutschen Gebiete hochentwickelte Wirtschafts-, Zivilisations- und Kulturformen hineinzutragen.

So rief etwa Herzog Sobieslaw I. von Böhmen ca. 1176 die Deutschen ins Land. Der Freiheitsbrief für die Prager Deutschen stand unter dem Oberbegriff: "Wißt, daß die Deutschen freie Leute sind!" Er lautet:

1. Ich, Sobieslaus, Herzog der Böhmen, tue allen Gegenwärtigen und Zukünftigen kund, daß ich in meine Gnade und meinen Schutz nehme die Deutschen, die in der Prager Vorburg wohnen, und es beliebt mir, daß diese Deutschen, so wie sie von den Böhmen durch Volkszugehörigkeit verschieden sind, auch von den Böhmen und von ihrem Gesetz oder ihrer Gewohnheit geschieden sein sollen.

2. Ich räume also diesen Deutschen ein, nach dem Gesetz und Rechte der Deutschen zu leben, das sie seit der Zeit meines Großvaters, des Königs Wratislaus, gehabt haben.

3. Ein Pfarrer, den sie nach ihrem Belieben für ihre Kirche auswählen mögen, räume ich ihnen ein und einen Richter. In ähnlicher Weise soll auch der Bischof ihrem Verlangen keineswegs widersprechen.

6. Wenn der Herzog außerhalb Böhmens auf einer Heerfahrt ist, dann sollen die Deutschen Prag bewachen mit zwölf Schilden bei jedem Tore.

13. Und ich räume den Deutschen auch ein, daß sie frei seien von Gästen, Fremden und Ankömmlingen. Wißt, daß die Deutschen freie Leute sind!

14. Jeder Ankömmling oder Gast, von welchem Land er kommt, der mit den Deutschen in der Gemeinde wird wohnen wollen, soll das Gesetz und die Gewohnheiten der Deutschen haben."

Die Sudetendeutschen waren immer ein Teil des deutschen Volkes. Die Heimat der Sudetendeutschen war von 918-1806 ein Bestandteil des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation". In Prag, damals Hauptstadt des Reiches, gründete 1348 Karl IV. die erste deutsche Universität. 1526 kamen die bömischen Länder und damit auch die Heimatgebiete der Sudetendeutschen unter die Herrschaft der Habsburger. Sie wurden damit ein Teil Österreichs, das wiederum bis 1806 dem "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation" und von 1815 –1866 dem Deutschen Bund angehörte.